DIE DJEMBÉ TROMMEL IN DER PÄDAGOGIK

(Wir bedanken uns bei dem Autor Till Bommer!)

 

Ziele des Einsatzes von Trommeln in der Sozialpädagogik

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Die folgenden Inhalte sind ein Auszug aus der sehr spannenden Diplomarbeit

„Die Trommel in der Sozialpädagogik“  von Till Bommer.

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– I. Soziales Lernen in der Gruppe

Zusammenfassend können mit Hilfe der Trommel in der pädagogischen
Gruppenarbeit folgende Ziele realisiert werden:

 

  • Kooperation         Notwendigkeit und Nutzen der Kooperation erkennen und ausprobieren
  • Verantwortung     Die Abhängigkeit anderer von sich selbst erkennen und die eigene Rolle in diesem Bewusstsein ausfüllen
  • Vertrauen         Sich der eigenen freiwilligen und unfreiwilligen Abhängigkeit von anderen bewusst werden und auf die Unterstützung anderer vertrauen.
  • Selbstdefinition     Im Vergleich mit anderen Menschen den eigenen Charakter erkennen und die Position in der Gruppe verstehen. Eigene Interessen kennen lernen.
  • Konfliktlösung     Konflikte erleben, erkennen und einen konstruktiven Umgang damit finden (Lösungsstrategien lernen).
  • Wahrnehmung     Sensibilisierung der Wahrnehmung für sich und andere. Auch nicht verbale Äußerungen von anderen, von sich selbst und der Gruppe wahrnehmen lernen.
  • Kommunikation     Sich verständlich mitteilen lernen und eigene Interessen vertreten. Zuhören lernen, um andere Menschen wirklich zu verstehen.

 

  II. Fördern von Kommunikation

Die Eigenschaften der Trommeln als Medium der Kommunikation wirken sich
zusammenfassend auf die folgenden Punkte positiv aus:

 

  • Sprache         Trommeln können ein Ersatz für Sprache sein und Hemmungen beim Sprechen überwinden.
  • Emotion        Trommeln sind gut geeignet um zu lernen, Gefühle auszudrücken.
  •  Kontakt         Trommeln in der Gruppe erleichtert und stärkt den Kontakt und die Kommunikation.
  •  Kraft             Kommunikation mit Trommeln energetisiert und gibt Kraft. Musikalischer Ausdruck wird damit klarer und das Selbstbewusstsein stärker.
  •  Komponieren     Das Umsetzen von Namen in Trommelsprache in der Gruppe schafft Respekt, soziale Sensibilität und Konzentration.
  •  Signale         Musikalische Trommelsignale machen wach und fördern die Konzentration.

 

– III. Begegnung mit einer anderen Kultur

Zusammenfassend können mit Musik und im Besonderen mit afrikanischer
Perkussion im Sinne einer Begegnung mit fremden Kulturen folgende
Erfahrungen vermittelt werden:

 

  • Anregung               Andere Musikkulturen können eine Anregung für die eigene Musikkultur sein.
  • Erlebnis                  Mit Hilfe von Musik kann das Fremde aktiv handelnd erlebt und nachempfunden werden.
  • Erkenntnis            Die Qualitäten der anderen Musikkultur zu erkennen führt zum Abbau von Vorurteilen.
  • Kompensation     Die Erlebnisqualitäten der westafrikanischen Trommelmusik können Defizite der europäischen Musikkultur kompensieren.
  • Neugier                    Die positiven Erfahrungen beim Trommeln wecken das Interesse an der dazugehörigen Kultur.
  • Grenzen                   Die Beschäftigung mit westafrikanischer Musik führt an Grenzen des Verstehens heran. Hierdurch wird deutlich, dass es hier nicht um  gute Unterhaltung sondern um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der anderen Kultur geht.

 

– IV Selbsterfahrung und Wahrnehmung

 Zusammenfassend lassen sich in der aktiven Begegnung mit Trommeln folgende
Erfahrungen machen:

  • Feedback                            Ein direktes Feedback von der Trommel wird durch Schmerz und Lautstärke erlebt. Die Trommel bietet Widerstand.
  • Kontemplation                In der stetigen Wiederholung eines Pattern (Ostinato) kann eine vertikale Zeiterfahrung gemacht werden. Diesen Übergang in ein vertieftes Zeitempfinden bezeichnet Schütz als kontemplative Versenkung und Tischler als Abdriften.
  • Struktur                              Im Rhythmus kann Struktur erfahren werden. Die Strukturierung von Zeit wird zu einem Erlebnis.
  • Musik verinnerlichen  Durch stetige Wiederholung, aber auch durch die Möglichkeit, relativ einfach und ohne Noten im Geiste zu komponieren, lässt sich die Musik zu eigen machen und verinnerlichen. Der Rhythmus wird ein Teil des Musikers und trägt ihn.
  • Aggressionen                    Bauart und Klangcharakteristik der Trommel bieten an, Aggressionen auszuleben. Dabei werden sie als Musik zu etwas Konstruktivem. In der Aktion kann dabei die eigene Kraft erlebt werden.
  • Gefühle                                Beim Spielen begegnen die Trommler ihrer eigenen Gefühlswelt. Die eigenen Gefühle werden plastisch und hörbar.
  • Selbstbild                            Sich als Instrumentalisten zu erleben heißt, einen neuen Persönlichkeitsaspekt zu gewinnen.